… und irgendwas ist (beinahe) immer.
Sonntagmorgen, viele sitzen noch am Frühstückstisch, und in der Kirche herrscht ab neun Uhr reges Leben: Der Gottesdienst wird vorbereitet.
Wer Küsterdienst hat, ist als erstes da, steckt die Mikrofone, zündet die Kerzen an, sorgt dafür, dass der Kirchraum schön für den Gottesdienst hergerichtet wird. Dann treffen auch Pastorin oder Vikar und Kirchenvorstand ein. Die Organistin übt oft schon.
Eigentlich alles ganz normal und in konzentrierter Ruhe, aber manchmal (manchmal auch: oft) gibt es kleine und große Überraschungen: Wo ist denn der Popschutz für das Mikro? Und wieso hängt das Tablet beim Hochfahren? Es ist acht vor, wieso läuten denn die Glocken nicht? Und zwei nach: wieso hören sie denn nicht auf?
Am ersten März war wieder so ein besonderer Tag: Der erste Gottesdienst nach dem Winter in der Kirche, ein Fagott-Duo zu Gast, herrlicher Sonnenschein – also alles bestens. Aber: Wo ist denn der Traubensaft für das Abendmahl? Tatsächlich … die Vorräte sind aufgebraucht; nichts, aber auch gar nichts mehr vorhanden. Leichte Hektik: Als erste Maßnahme für den Notfall wird eine Weinflasche von Silke geholt. Gleichzeitig wird telefoniert. Wenig später sind zwei Flaschen organisiert, fünf vor zehn, alles ist bestens vorbereitet. Alles?
Beim Abendmahl wird dann Brot und Traubensaft ausgeteilt. Zum Ende sind alle versorgt – bis auf Dominik und Joachim. Der Krug ist leer, Matthias greift hinter den Pfeiler, dort, wo die Flaschen stehen, und greift … die Weinflasche. (Die Gemeinde bekommt Saft, die beiden Wein – und das in der Fastenzeit! Was für ein Bild...) Reicht die Flasche weiter, Dominik öffnet den Drehverschluss der Flasche, keine Zeit fürs nochmalige Tauschen. Der Gummieinsatz bleibt auf der Flasche und fliegt mit lauten PLOPP davon. Freundliches, erstauntes Lachen aller.
Und die Moral? Erstens: wenn es passiert, dann richtig. Und zweitens: Wir freuen uns, dass unsere Gottesdienste lebendig und menschlich sind.
Joachim Betker