Wir Frauen vom Frauengesprächskreis haben dieses Jahr im August Lilienthal besucht, zuerst die Klosterkirche „St. Maria im Tal der Lilien“.
Diese Statue stellt die erste Äbtissin des Klosters dar. Die hier gemeinten Lilien sind genau genommen Maiglöckchen, eine entfernte Lilienart. Maria mit dem Kind und die Lilien erscheinen bis heute im Wappen von Lilienthal.
Evemarie Köpke erklärte uns anschaulich die Geschichte und die aktuelle Situation dieser Kirche. Sie war ihre Heimatkirche, dort wurde sie getauft und konfirmiert. Das Kloster wurde Anfang des 13. Jahrhunderts gegründet und etwa 400 Jahre von Zisterzienser Nonnen betrieben. 1552 konvertierten die Nonnen zum Evangelischen Glauben. Die Kirche ist noch heute die evangelische Pfarrkirche in Lilienthal.
Dann besuchten wir noch die Truper Kapelle. Sie war die Filialkirche der Klosterkirche, jetzt steht sie unter Denkmalschutz. In dem Garten drumherum finden sich besondere Grabsteine. Ein Grabstein wird von einem Baum so heftig „umarmt“, dass sogar der Stein Risse bekommen hat. Da fiel mir ein Gedicht von Bertold Brecht ein:
„… dass das weiche Wasser in Bewegung mit der Zeit den harten Stein besiegt, Du verstehst, das Harte unterliegt …“
Die Stille der Kapelle und des Gartens sind würdige Zeugen unseres Glaubens aus ganz alter Zeit.
Hier wird man von selbst andächtig. Man spürt seinen Glauben. Und wenn man dann doch wieder zweifelt, ob unser Glaube uns heute angesichts der vielen Verwerfungen und Krisen hilft, findet man im Taufstein der Kapelle eine gute Anregung.
Pastor Volkmar Kamp hat einen Text in den Taufstein gelegt, da heißt es über Martin Luther: „… Wenn es ihm schlecht ging, wenn er zweifelte und Gott im Weltgeschehen überhaupt nicht entdecken konnte, dann soll er mit Kreide auf seinen Tisch geschrieben haben: ich bin getauft.“
Kann man ja mal zu Hause auch versuchen.
Nach diesen tiefen Gedanken mussten wir einen Kaffee trinken, im ganz neuen Café Niels, ehemals Heimvolkshochschule, in Worphausen, gehört auch zu Lilienthal. Eine schöne Tafel war für uns gedeckt und es gab sehr leckeren selbstgebackenen Kuchen. Viele von uns mussten sogar zwei Stück haben. Dann ging es nach Hause.
Es tut gut, sich in so einer Runde von Gleichgesinnten auszutauschen.
Eine schöne Runde, unser Frauengesprächskreis!
Danke insbesondere an Evemarie Köpke und Ursel Buthmann, die unseren Ausflug so gut vorbereitet haben!
Irmgard Günther