...ein besonderer Gottesdienst unter freiem Himmel
Was für ein besonderer Tag: Bei strahlendem Sonnenschein versammelten sich die Tauffamilien und Gottes Freunde an der Wümme, um dort gemeinsam einen ganz besonderen Gottesdienst zu feiern. Statt Taufbecken und Kirchenbank gab es grünes Ufer, das leise Plätschern des Flusses, warme Sonnenstrahlen und das Wasser der Wümme – mitten in Gottes schöner Schöpfung.
Im Mittelpunkt standen die Täuflinge, die an diesem Tag auf ganz besondere Weise in die Gemeinschaft der Christen aufgenommen wurden. Pastorin und Vikar stiegen gemeinsam mit den Familien ins Wasser und tauften die Kinder mit dem frischen Wümmewasser. Ein bewegender Moment: Das Wasser, das sonst seinen Weg durch Wiesen und Landschaft nimmt, wurde zum Zeichen für Gottes Segen und seine Begleitung auf dem Lebensweg. Passend zu diesem besonderen Ort hatten die Konfirmandinnen und Konfirmanden den Gottesdienst mit viel Liebe und Kreativität vorbereitet und gestaltet. Sie nahmen die Gemeinde mit hinein in eine der bekanntesten Geschichten der Bibel: die Geschichte von Mose.
Wie passend, dass dabei ausgerechnet ein Baby im Mittelpunkt stand, das seinen Weg auf dem Wasser beginnen musste. Mose wurde geboren in einer Zeit, in der sein Leben in großer Gefahr war. Seine Mutter wollte ihn schützen und vertraute ihn schließlich dem Wasser an. Sie legte ihn in ein Körbchen, das sie sorgfältig mit Pech abdichtete, und setzte es im Schilf am Ufer des Nils aus. Sicherlich war das ein Moment voller Angst und Ungewissheit. Was würde aus ihrem Kind werden? Doch Mose war nicht allein. Seine Schwester blieb in der Nähe und beobachtete, was geschah. Schließlich wurde das Körbchen von der Tochter des Pharaos entdeckt. Sie nahm das weinende Kind zu sich – und damit begann für Mose eine ganz besondere Lebensgeschichte. Aus dem kleinen Jungen, der scheinbar schutzlos dem Wasser anvertraut worden war, sollte später der Mann werden, durch den Gott sein Volk aus der Sklaverei führte. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden erzählten diese Geschichte auf ihre eigene, lebendige Weise. Und plötzlich war die Verbindung zum Taufgottesdienst ganz deutlich zu spüren: Auch bei einer Taufe wird ein Kind Gott anvertraut. Eltern und Paten können nicht jeden Weg vorausplanen und nicht jede Gefahr aus dem Leben fernhalten. Aber sie dürfen darauf vertrauen, dass Gott mitgeht. So wurde die Wümme an diesem Sonntag zu mehr als nur dem Ort, an dem getauft wurde. Das Wasser erinnerte an Mose, an seinen mutigen Weg durch das Wasser und an Gottes schützende Hand. Und es erzählte zugleich von der Taufe: von Vertrauen, Hoffnung und dem Versprechen, dass Gott seine Menschen auf ihrem Lebensweg begleitet.
Während die Täuflinge mit Wümmewasser getauft wurden, schien die Sonne über dem Fluss. Die Familien standen dicht beieinander, die Konfirmanden gestalteten den Gottesdienst mit ihren Worten, und die Wümme floss ruhig an allen vorbei. Ein Gottesdienst voller Leben, Wärme und Atmosphäre – und ein Bild, das sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird: Kinder, die im Wasser der Wümme getauft werden, getragen von den Händen ihrer Familien und begleitet vom Segen Gottes.
Vielleicht ist das die schönste Botschaft dieses Tages: Wir wissen nicht, wohin unser Lebensweg führt. Aber wir dürfen darauf vertrauen, dass wir auf diesem Weg nicht allein sind.
Nicole Siemers