Monatsspruch Oktober 2019

Nachricht 01. Oktober 2019

Wenn es dir möglich ist: Aus dem Vollen schöpfend – gib davon Almosen!
Wenn dir wenig möglich ist, fürchte dich nicht, aus dem Wenigen Almosen zu geben!“

Tobit 4,8

Ich hole die Brote aus dem Ofen, vorsichtig, sie sind heiß. Die Krume knistert beim Abkühlen. Mehl staubt. Unverkennbar der Duft. Knuspriges, dunkles Bauernbrot. Helleres Graubrot. Leichtes Weißbrot. Der Boden dunkel vom heißen Stein. Jeder hat einen anderen Teig mitgebracht, um Brot zu backen. Brot, das den Hunger stillt.

Wir lassen sie abkühlen, stehen redend um den Ofen herum, tauschen Rezepte und Erfahrungen aus. Und dann auch von dem, was wir haben. Einer hat Butter, einer Marmelade, Messer und Löffel sind schnell bei der Hand. Ich breche das Brot, reiche ein Stück weiter, wir stehen, kauen, schmecken. Brot, das Gemeinschaft stiftet.

Dann gehen wir auseinander, jeder in seinen Abend. Einige mit neuen Ideen, einige mit einem anderen Laib als dem mitgebrachten: vom anderen kosten. Von unseren Broten verschenke ich ein oder zwei. Aus der Fülle gebe ich gern ab. Es reicht.

Am nächsten Sonntag stehe ich vorn in der Kirche, nehme das Brot, danke und breche es und teile es aus. Jeder ein Stück. Kauen, schmecken, weiterreichen. Brot, das den Hunger stillt. Den Hunger des Körpers und den Hunger der Seele. Auch wenn ich Gott nicht spüre, ist er mir nahe, wie das Brot meiner Zunge. Brot, das Gemeinschaft stiftet. Aus vielen Menschen wird kurz eine Gemeinschaft – ein Bibelvers, ein kurzer Händedruck, dann gehen wir auseinander.

Oktober – Zeit, danke zu sagen: für das Brot und die Gemeinschaft – im Ort, in der Gemeinde, im Abendmahl. Danke für das, was Gott hat wachsen lassen – auf dem Feld und bei der Arbeit, in der Familie und im Freundeskreis. Danke für die Farben und die Hitze, das Wasser und die Ruhe.

Wir fahren die Ernte ein. Außen und innen.

Danke

Ihre Pastorin Silke Kuhlmann

Foto: Silke Kuhlmann