Pressemitteilung des Kirchenkreises Verden zu Corona

Nachricht 15. März 2020

Gottesdienste und andere Gemeindeveranstaltungen werden ausgesetzt

 

Der Kirchenkreis Verden nimmt die Empfehlung der Landeskirche Hannovers auf, die die Kirchengemeinden dazu auffordert, auf alle Gottesdienste bis einschließlich 19. April zu verzichten. Darüber hinaus sollen in den Gemeinden nur Veranstaltungen stattfinden, die wirklich nötig und verantwortbar sind, was sowohl die Teilnehmerzahl als auch die Personengruppe der Teilnehmenden angeht.

Landesbischof Meister fordert die Gläubigen dazu auf, mit aller möglichen Konsequenz zur Bewältigung der Krise beizutragen und dazu gehört, die Verbreitung des Virus konsequent zu entschleunigen. „Verantwortliches Handeln braucht jetzt Nüchternheit, Mut in den Entscheidungen und Rücksicht auf die Menschen, die zu den Risikogruppen gehören.“ Der Bischof erinnert dabei an einen Lehrtext aus dem neuen Testament: „Gott hat uns nicht gegeben einen Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“

Diese einschneidenden Maßnahmen in das Leben der Kirchengemeinden fallen in eine Zeit, die innerhalb des Kirchenjahres Gottesdienste von besonderer Bedeutung enthält, wie Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern sowie die Konfirmationen. Die endgültige Entscheidung über die Gottesdienste liegt bei den Kirchenvorständen vor Ort. Hier wird besonders für die Konfirmationen nach praktikablen Lösungen gesucht werden. Sie könnten entweder in den Sommer verschoben werden oder in kleinen Gruppen und damit in kleineren Gottesdiensten gefeiert werden. Das wird in den nächsten Wochen jeweils vor Ort gemeinsam mit den Eltern entschieden werden.

Insgesamt wird nun nach kreativen Lösungen gesucht, wie ein Gemeindeleben in anderer Weise stattfinden kann. Es könnten zum Beispiel Gottesdienste oder Andachten in Videos online gestellt werden oder Texte und Gebete im Internet oder in sozialen Netzwerken geteilt werden. Dazu wird in den kommenden Wochen Raum für Erfindungsreichtum gefragt sein. Superintendent Steinhausen dazu: „Ich wünsche mir, dass wir uns als Kirche an dieser Stelle Vieles einfallen lassen, was uns im „Normalbetrieb“ gar nicht eingefallen wäre. Jetzt gilt es, hier Ideen zu entwickeln und umzusetzen, damit wir auch in dieser Situation noch für die Menschen da sein können. Dazu könnten auch telefonische Sprechzeiten gehören für Menschen, die alleine zu Hause sind und sich ein Gespräch wünschen. Die schnelle Verbreitung dieses Virus löst viele Ängste aus und wir müssen Wege finden, als Kirche gerade in der jetzigen Situation als Gesprächspartner für die Menschen da zu sein.“

Foto (Dierolf) : Superintendent Fulko Steinhausen